Mutiges Konzert in der Laurentiuskirche

Mut zum Frieden

Deutsche und französische Soldaten, die 1914 gemeinsam Weihnachten feiern, ein Pastor und ein Imam, die gemeinsam in Nigeria für Frieden kämpfen, israelische und palästinensische Jugendliche, die gemeinsam die Probleme Ihres Landes angehen – es waren überraschende und ungewöhnliche Geschichten, die Pfarrerin Susanne Schatz am vergangenen Dienstag im Rahmen eines Friedenskonzertes vortrug. Diese wahren Begebenheiten, die von mutigen Initiativen für den Frieden berichten, brachten zum Staunen und Nachdenken.

Vor allem gab es jedoch hochkarätige und vielfältige Musik zu hören. Mit dem uralten Text „Verleih uns Frieden“, vertont von Felix Mendelssohn, eröffnete die Evang. Kantorei den Abend. Mit den „Bitten der Kinder“ von Berthold Brecht sangen Renate Kaschmieder und Ullrich Reuter eindrücklich von dem Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben. Musik als „Überlebenskunst“ wurde hörbar in einem Choralvorspiel von Max Drischner, vorgetragen auf der Orgel von Dekanatskantorin Almut Beyschlag, und in der Arie „Ach bleibt in meiner Liebe lauter Unvollkommenheit“, die Eckhard Kierski in einer Fassung für Trompete spielte.

Mit zarten Flötentönen verzauberte Anke Trautmann die Zuhörenden mit einem „Requiem“ von dem japanischen Komponisten Fukushima, der mit diesem Stück von dem Tod seiner beiden Brüder bei einem Bombardement im 2. Weltkrieg erzählt. Eine enorme dynamische Bandbreite und technisches Können ließen dieses Stück zu einem besonderen Hörerlebnis werden. Bei einer Sarabande in a-moll schweifte so mancher Blick in der Kirche nach oben zu den filigran schwebenden Friedenstauben, die Altdorfer Kinder und Erwachsene im Vorfeld gebastelt hatten. Mit „Shalom chaverim“ und „Hevenu shalom alechem“ zeigte sich, dass auch die Zuhörenden sangeskräftig waren und gerne ihrem Wunsch nach Frieden eine gemeinsame Stimme verliehen. Gänsehaut war beim Liedvortrag von Leonidas Kalavrouziotis zu spüren, der ganz unbegleitet ein altes griechisches Lied von einem Deserteur vortrug.

Konzentriert lauschte man dann dem modernen Trompetenstück „POEM for a Fallen HERO“, souverän und überzeugend vorgetragen von Eckhard Kierski.

Die Botschaft des Konzertes, mutig zu sein und aus gewohnten Mustern auszubrechen, fasste noch einmal der Chor mit dem Lied „Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen“ zusammen. Und voller Optimismus sang Renate Kaschmieder das Lied „Ich bin dafür“ von Udo Jürgens, in dem die Vision einer gewaltfreien und friedlichen Welt gemalt wird. Am Ende sangen und beteten alle gemeinsam noch einmal „Verleih uns Frieden“.

Ein beeindruckender Abend, der alle sichtlich berührt und vielleicht auch Mut auf neue Ideen gemacht hat.

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