Evangelische Kirchengemeinde weiht Gemeindehaus ein

ALTDORF – Das Gemeindehaus der Laurentius-Kirchengemeinde in Altdorf ist fertig und hat am Sonntag erstmals seine Türen geöffnet. Zahlreiche Besucher waren beeindruckt vom lichtdurchfluteten Inneren des Gebäudes. Welch ein Kontrast zum alten, ehemaligen Schulhaus.

Begonnen hat die Gemeinde die Einweihungsfeier mit einem Gottesdienst in der Laurentius Kirche, von wo aus man anschließend gemeinsam bei Glockengeläut zum Schlossplatz zog. „Das war eine großartige Predigt“, wandte sich Landrat Armin Kroder an Dekan Jörg Breu, der im Gemeindehaus ein Kommunikationszentrum der Altdorfer sieht. Das Wort stand folglich im Mittelpunkt seiner Predigt. Die Freiheit der Rede wahren, den einzelnen zu Wort kommen lassen, das soll unbedingt immer gelten in diesem neuen Zentrum der Kommunikation. „Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, ist genauso wichtig wie die Inhalte“, betonte Breu. „Zeigen wir also, dass es sinnvoll und richtig war, dieses Haus zu bauen.“ Ein Haus mit Gesprächsangeboten, mit Musik, kurz: ein Haus der Begegnung.

Das war der alte Bau zwar auch, aber jetzt ist alles sehr viel großzügiger und heller gestaltet, es gibt viel mehr Platz. Der Eingang, so erläuterte Architektur-Professor Wolfgang Fischer aus Würzburg, ist nun nicht mehr verborgen an der Seite des Gebäudes, sondern am Schlossplatz und signalisiert damit: Hier ist ein offenes Haus. Der hintere Teil des alten Gebäudes wurde zugunsten eines Anbaus abgerissen. Darin hat man unter anderem Räume für die Jugend eingerichtet und einen Lichthof gebaut, „mit eigenständigem Rauminhalt“, erklärte Fischer.

Spannendes Projekt

Aus architektonischer Sicht war der Bau für Fischer ein spannendes und aufreibendes Projekt. Gleich nach Baubeginn fand sich ein historischer Graben, der die Bauarbeiten zunächst einmal blockierte. Dann gab es fortwährend Überraschungen beim Umbau des historischen Gebäudes. All das machte sich am Ende bei den Kosten bemerkbar. Die zunächst kalkulierten 3,5 Millionen Euro stiegen anfangs auf 3,9 Millionen und am Ende auf 4,4 Millionen Euro.Mehrkosten ergaben sich unter anderem durch statische Probleme in dem historischen Gebäude und die schwierige Dämmung. Alles in allem ein schwieriges Projekt.

Fischer dankte deshalb besonders Pfarrerin Ursula Kronenberg, die das Vorhaben umsichtig voran getrieben und viele Klippen umschifft habe. Landrat Armin Kroder war in seiner Jugend in der evangelischen Jungschar der Kirchengemeinde in Neunkirchen am Sand. Deshalb informieren ihn die Altdorfer augenzwinkernd, dass für die hiesige Jugendarbeit noch Ehrenamtliche gesucht werden. Klar, aber das Zeit-Budget des Landrats reicht dafür leider nicht aus. Kroder wünschte den Altdorfern, dass die Menschen im neuen Gemeindehaus in der von Dekan Breu beschriebenen Art und Weise miteinander umgehen mögen.

Als Bereicherung für die Stadt bezeichnete Bürgermeister Erich Odörer das neue Gemeindehaus. „Wir weihen heute etwas ganz besonderes ein.“ Das Gebäude ist barrierefrei, im doppelten Sinne, wie Odörfer betonte. Natürlich ohne Stufen und Schranken, wie sich das gerade für Altdorf gehört. Barrierefrei ist das Haus aber auch in dem Sinn, so der Bürgermeister, dass jeder das Haus betreten kann, egal welchen Glaubens er ist oder welche Weltanschauung er vertritt. Der Rathauschef schloss sein Grußwort mit einem Dank an alle Altdorfer, die kräftig gespendet haben, braucht die Kirchengemeinde doch Mittel für die Finanzierung. Sie hat Zusagen von landeskirchlichen Trägern über Zuschüsse in Höhe von 2,675 Millionen Euro. 350.000 Euro wollen die Altdorfer durch Spenden und Aktionen aufbringen, ein großer Teil davon ist bereits geschafft. Je größer die Spendensumme, desto geringer ist die nötige Kreditaufnahme für die Kirchengemeinde.

Fest der Christen im Oktober

Pfarrer Albert Börschlein erklärte der Festgemeinde, dass die katholische Kirchengemeinde darauf verzichtet, sich die Nutzung des Roncalli-Hauses während der vergangenen drei Jahr vergüten zu lassen. Dafür gab es Beifall. Im neuen Gemeindehaus werden künftig ökumenische Begegnungen stattfinden. Am 8. Oktober feiern die Altdorfer Kirchengemeinden zusammen ein Fest der Christen, mit dabei auch die Landeskirchliche Gemeinschaft, die Christusgemeinde und die Volksmission, deren Vertreter ebenso wie der Vorsitzende des islamischen Kulturvereins und der Imam des islamischen Gebetshauses in der Rascher Straße Grußworte sprachen.

Der Posaunenchor, die Kantorei und die Rocking Souls umrahmten musikalisch die Einweihungsfeier, an die sich Hausführungen anschlossen. Professor Fischer führte interessierte Altdorfer durch das Gebäude und erläuterte die Innengestaltung. Im großen Saal gab es Musik und eine Fotoausstellung, die über den Baufortschritt informierte, im Untergeschoss ein Kinder- und Jugendprogramm.

Zu einer Einweihungsfeier gehört natürlich auch gemeinsames Essen und Trinken. Dazu lud die Kirchengemeinde alle Festgäste ein.

© 24.07.2017, Der Bote