Turmsanierung Laurentiuskirche

Kirche eigwiggld

Infos zur Baustelle - und Bitte zur Kugelfüllung
"Warum issn do wos eigwiggld?"

Um „Verhülltes“ und um wichtige Inhalte unseres Lebens und unseres Glaubens ging es auch im Mundartgottesdienst Anfang Juli 2020.
Wir haben anhand von 1.Samuel 4-6 darüber nachgedacht,

  • was dahintersteckt,
  • warum manchmal unser Glaube und sogar unser Gott wie "eigwiggld" (er-)scheint,
  • wo wer oder was "verwiggld" ist
  • und woran gearbeitet werden kann, damit manches wieder "ausgwiggld" wird.

 

Was steckt hinter den offensichtlichen Arbeiten an der Laurentiuskirche?

Im September 2019 sind Feuchtigkeitsschäden am Sandsteingesims des Turmumgangs aufgefallen. Nach genauerer Begutachtung mussten schon im Oktober 2019 mittels einer Hubarbeitsbühne ca. 50 kg lose Sandsteinteile abgenommen werden, die kurz vor dem Herabstürzen waren. Der Bereich um den Turm wurde vorerst durch einen Bauzaun und dann ab Anfang 2020 durch ein Gerüst gesichert. Nach verschiedenen Voruntersuchungen stellte sich heraus, dass nicht nur die Sandsteinfassade am Bröckeln ist, sondern auch das Turmgeländer am Turmumgang, die Turmhaube und einige andere Stellen dringend saniert und statisch ertüchtigt werden müssen. Immerhin entstammen die unteren zwei Drittel des Turmes aus dem 14.Jahrhundert.
 

Was steckt in der Turmkugel?

Ende Juni wurde der Turm dann weiter bis zur Spitze eingerüstet, an der seit ca. 270 Jahren eine Kugel gut 40 Meter über Altdorf "schwebt". Die Turm-Kugel wurde Anfang Juli zu Restaurierungsarbeiten abgenommen. Leider enthielt sie keine Dokumentenkapsel, in der normalerweise wichtige lokale kirchliche und weltliche Ereignisse bzw. Dokumente aus Geschichte und Gegenwart gesammelt sind, die für die „Nachwelt“ erhaltenswert erscheinen. Das soll sich ändern, wenn die Kugel im September 2020 in neuem Glanz erstrahlend wieder ihren Platz hoch über Altdorf einnehmen darf.

Falls Sie Ideen haben, was aus der Altdorfer Glaubens- und Stadt-Geschichte „überlieferungswert“ ist, dann geben Sie dieses Wissen doch bitte weiter. Wir werden versuchen, eine möglichst große Auswahl davon im „Himmel über Altdorf“ überdauern zu lassen. Bis Ende August freuen wir uns über Ihre Rückmeldung, die Sie per Post an das Evangelische Pfarramt (Kirchgasse 4) oder per Mail an „kugel@ev-altdorf.de“ schicken können.
 

"Wann werddn do alles widder ausgwiggld?"

Wann die dann neuen Inhalte der Dokumentenkapsel in der Turmkugel das nächste Mal wieder „enthüllt“ werden, das müssen unsere Nachfahren entscheiden.

Der Turm selbst könnte, wenn die Bauarbeiten nach Plan laufen und nicht zu viel „Unvorhergesehenes“ dazu kommt, schon Ende 2020 wieder „enthüllt“ werden.
Ein ziemlich „sportlicher“ Plan… - ich denke dabei öfter an den Ausspruch, den nicht nur ein berühmter Fußball-„Philosoph“ (Franz Beckenbauer) geprägt hat:
„Schau mer mol, dann seng mer scho.“

Und auch wenn wir nicht alles ganz klar sehen und wissen können, bin ich dankbar, dass wir von unserem Gott wissen dürfen, was der Beter von Psalm 139 so formuliert hat:

Herr, du erforscht mich und kennst mich. Ob ich sitze oder stehe: Du weißt es. Du verstehst meine Gedanken von fern. Ob ich gehe oder liege: Du siehst es. Alle meine Wege sind dir bekannt. [...] Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Psalm 139,1-5)

Ich empfinde diese wahrscheinlich ca. 3000 Jahre alten Worte weder als "Bedrohung" noch als ein "Ausspionieren", sondern als eine tolle Zusage unseres Herrn. Und ich verbinde damit die Bitte um Bewahrung bei allen Arbeiten für alle Arbeiter in luftiger Höhe.

Ihr Pfarrer Bernd Popp

Schlagwörter