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Auf dem Weg – Aktiv gegen Missbrauch

    Der Dekanatsbezirk Altdorf sieht sich in der Verantwortung, gegen Missbrauch aktiv vorzugehen, Unrecht sorgfältig aufzuarbeiten, Betroffene zu unterstützen und Kirche und Diakonie zu sicheren Orten zu machen. Darum sind wir auf dem Weg. Die Evangelische Jugend im Dekanat Altdorf ist beim Thema Prävention von sexualisierter Gewalt schon seit vielen Jahren unterwegs. Betroffene können sich an Vertrauenspersonen wenden, Ehren- und Hauptamtliche werden regelmäßig geschult, um sensibel und kompetent reagieren zu können. In unseren evangelischen KiTas gibt es seit 2023 flächendeckend mit Leben gefüllte Schutzkonzepte. Nun gehen auch die Kirchengemeinden im Dekanatsbezirk den nächsten Schritt: Sie erarbeiten konkrete Schutzkonzepte, um sexualisierter Gewalt vorzubeugen.

    In der Kirche müssen wir konsequent handeln

    In der Vergangenheit, bis hinein in die Gegenwart ist es leider im Bereich der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie zu Gewalt (auch in sexualisierter Form) gegenüber anvertrauten Menschen und Mitarbeitenden gekommen. Es widerspricht vollkommen den Haltungen der Liebe Gottes und des Respekts vor jedem Leben, von denen die Kirche lebt. Es schreit zum Himmel, dass in der Evangelischen Kirche solche Taten vorkommen.

    Die Ende Januar veröffentlichte ForuM-Studie zeigt auf, welche Faktoren dies begünstigt haben. Dieses Wissen hilft jetzt, die richtigen Schritte zu gehen, um in allen unseren Kirchengemeinden jede Form von Grenzverletzungen und Übergriffen, soweit es uns möglich ist, zu verhindern. Unsere Kirchengemeinden haben den Auftrag und den Anspruch, Menschen in unserem Wirkungskreis vor Gewalt und Übergriffen zu schützen. Dazu gehören insbesondere Kinder, Jugendliche, hilfe- und unterstützungsbedürftige Menschen sowie Menschen in Abhängigkeitsverhältnissen. Alle Mitarbeitenden in unseren Einrichtungen, Gruppen und Kreisen sollen dazu beitragen, diese sichere Atmosphäre herzustellen. Deshalb ist es wichtig, Schutzkonzepte zu entwickeln, die uns ermöglichen, Gewalt besser zu erkennen, ernst zu nehmen und angemessen zu handeln. Konkret gehört z.B. dazu:

    • ein Verhaltenskodex und eine Sensibilisierung aller Mitarbeitenden durch Schulungen und Weiterbildungen
    • Vertrauenspersonen, an die sich Betroffene wenden können
    • Eine Potential- und Risikoanalyse, in der Bandbreite von Persönlichkeitsstärkung bis hin zur Raumbegutachtung, um gleichermaßen Rückzug und Sicherheit zu gewährleisten
    • Ein klares und konsequentes Vorgehen bei Verdachtsfällen
    • Die Vorlage von Führungszeugnissen, auch von Ehrenamtlichen
    • Schutzmaßnahmen, um Mitarbeitende vor einem falschen Verdacht zu bewahren.
    • Konsequente Orientierung am Schutz und der Begleitung betroffener Personen

    Sowohl der Dekanatsbezirk als auch jede einzelne Kirchengemeinde sind nun aufgefordert, diese Punkte umzusetzen. Wir haben auf Dekanatsebene eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Arbeit begleitet und vorantreibt. Ihr gehören an: Diakonin Jutta Meier, Pfarrer Christoph Weißmann, Diakon Michael Krah, Dekanatsjugendreferent Benedikt Vogt und Dekanin Veronika Zieske. Schutz vor sexualisierter Gewalt geht uns alle an. Denn jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde und Achtung der körperlichen und geistlichen Selbstbestimmung. Dafür stehen wir als Kirche und dafür setzen wir uns aktiv ein.

    Dekanin Veronika Zieske

    Beratungsmöglichkeiten

    Logo der Ansprechstelle

    Ansprechstelle für Betroffene

    Wem durch einen kirchlichen Mitarbeitenden sexualisierte Gewalt zugefügt wurde, kann sich an die „Ansprechstelle für Betroffene“ wenden. Die Beraterinnen begleiten in einem absolut vertraulichen Rahmen. Sie überlegen gemeinsam mit den Betroffenen, welche Hilfe und Unterstützung diese brauchen, und welche Schritte sie als nächstes gehen möchten. Ohne Einwilligung der Betroffenen werden keine Informationen an Dritte weitergegeben. Wir haben zwei Telefonsprechstunden in der Woche für Sie eingerichtet, an denen wir persönlich für Sie da sind: Montag, 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr und Dienstag von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Tel.: 089 / 5595 – 335

    Darüber hinaus sind wir über unsere E-Mailadresse ansprechstellesg@elkb.de jederzeit für Sie erreichbar.
    Wir antworten wochentags in der Regel innerhalb von 48 Stunden.

    Logo der Meldestelle

    Meldestelle

    Die Meldestelle für sexualisierte Gewalt in der Evang.-Luth. Kirche Bayern ist die Anlaufstelle für alle Verdachtsfälle und Meldungen im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen. Die Mitarbeiterinnen stehen den betroffenen und meldenden Personen zur Seite, beraten und unterstützen bei der Klärung und begleiten die Maßnahmen im Umgang mit Grenzverletzungen und Übergriffen.

    Für Beratung bei der Einschätzung von Verdachtsmomenten sowie Hilfe und Unterstützung bei den notwendigen Maßnahmen können Sie die Meldestelle unter folgenden Kontaktdaten erreichen:
    Tel.: 089 / 5595 – 342; Mail: meldestelleSG@elkb.de

    Logo der zentralen Anlaufstelle.help

    Anlaufstelle.help

    Die zentrale Anlaufstelle.help ist eine unabhängige und kostenlose Beratungsstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie. Sie bietet eine anonyme Erstberatung, professionelle Hilfe, unabhängige Unterstützung und Strukturkenntnis in evangelischer Kirche und Diakonie. Die Anlaufstelle vermittelt auf Wunsch an kirchliche und diakonische Ansprechstellen weiter und informiert auch über alternative und unabhängige Beratungsangebote. Die Zentrale Anlaufstelle.help ist montags bis donnerstags von 10:00 bis 12:00 Uhr erreichbar unter: 0800 5040112.